Gründe, warum mein Blog vorerst privat bleibt

Zwei Euro
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Bei meinen Besuchen quer durch die Blogsphäre stoße ich natürlich immer wieder auf Blogs, die kommerziell betrieben werden. Auf ihnen ist oft Bannerwerbung geschaltet und Besucher werden teilweise sogar gebeten, Bannerblocker abzustellen, da jede Einblendung Geld für die Seite bedeutet.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich überhaupt kein Problem mit Bannerwerbung habe, solange sie meine Augen durch blinkende und aggressiv wirkende Werbeeinblendungen nicht überstrapazieren.  Aber es besteht ja die Möglichkeit einzelne Seiten komplett oder auch teilweise von der Bannerwerbung auszuschließen.

Ich finde, das ist ein guter Kompromiss zwischen ungestörtem Surfen und dem nachvollziehbaren Ansinnen meiner Lieblingsseiten, ihre Seite zu finanzieren. Dabei stellte ich mir natürlich auch hin und wieder mal die Frage, ob ich nicht auch mal ein Banner auf meinem Blog oder Homepage platzieren sollte.

Ausschlusskriterien

bunte SeiteAls erstes habe ich diese Idee für meine Homepage mit Bilderrätseln ausgeschlossen. Sie lebt von meinen eingestellten Rebussen, die an sich schon recht bunt sind.

Ich habe bereits bei dem Template versucht darauf zu achten, einen Bezug zu dem Titel „bunte Seite“ herzustellen, der sich aber primär auf den Inhalt und nicht auf die Umgebung beziehen soll.

Dann soll sie zum längeren ungestörten Verweilen meiner Besucher einladen und nicht durch andere bunte Bildchen die Rebus-Freunde abschrecken. Und dann betrachte ich meine HP als mein Hobby. Und ein Hobby ist in der Regel ja rein privat, oder?

Aber wie sieht es bei meinem Blog aus? Vor einiger Zeit bekam ich eine Anfrage von einer Touristik-Seite. Diese enthielt den freundlichen Hinweis, sollte keine Antwort erfolgen, werde die E-Mail als erledigt betrachtet. Ich habe nicht reagiert, weil ich keinen Bezug zwischen Reiseunternehmen und meinem Blog herstellen konnte. Somit hatte sich das Thema für mich dann auch erübrigt.

Gehe ich Verpflichtungen ein?

VerpflichtungenDann frage ich mich natürlich, welche Verpflichtungen gehe ich ein? Bin ich dann gezwungen, in kurzfristigen und regelmäßigen Abständen Beiträge einzustellen, damit der Werbende auch seinen Nutzen hat?

Besucher die mich und meinen Blog bereits einige Zeit kennen, wissen, dass ich zu den Spontanbloggern zähle und eher unregelmäßig schreibe. Regelmäßiges Bloggen ist mir einfach aus Zeitgründen nicht möglich. Außerdem widmet sich meine Seite größtenteils der Problembewältigung im Computer- und Internetalltag. Gott sei Dank werde ich ja nicht ständig mit Problemen konfrontiert smilie

In problemfreien Phasen bieten sich mir  auch schon mal andere Beitragsthemen an und ich schreibe sehr gerne. Meist bleibt es dann auch nicht nur bei 10 Zeilen. Aber dann muss ich auch wirklich überzeugt davon sein, dass mir das Thema liegt. Ich möchte mich nicht dazu verpflichtet fühlen, mir Beiträge aus dem Finger saugen zu müssen, um der finanzierten Werbung Rechnung zu tragen.

Rechtliche Vorgaben

KontaktdatenGut, dass ein Impressum eingestellt werden sollte, das ist ja mittlerweile (fast) jedem bekannt und diese Forderung habe ich auch erfüllt. Ich finde das auch okay, denn je nach Bloghintergrund möchte der Leser wissen, wer der Verantwortliche der Seite ist. Die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per E-Mail halte ich auch als Selbstverständlichkeit.

Bei Privatseiten ist es nicht verpflichtend eine Telefonnummer anzugeben. Es wäre das Grauen für mich, wenn mitten in meinem Hauptjob auf einmal Anrufe zu meinem Blog eintrudeln würden. Aber selbst wenn das gefordert sein sollte, gibt es ja die Alternative der Zweitkarte vom Handy-Anbieter. Ein altes Handy hab ich auch noch in der Ecke liegen. Ich muss es ja nicht einschalten.

Weitere Hürden

FreiheitIch bin keine Steuerfachfrau, aber ich gehe davon aus, dass zumindest ab einer bestimmten Einnahmehöhe Steuern an das Finanzamt abgeführt werden müssen. Ich muss gestehen, ich habe überhaupt keine Lust, mich wegen ein paar Euro akribisch mit den deutschen Steuergesetzen auseinander setzen zu müssen.

Und ich bin Realist genug zu wissen, dass es auf hohe Einnahmen bei meinem Blog nie hinauslaufen würde.

Dann heißt es laut Gewerberecht, dass der Gewerbeordnunggrundsätzlich alle nicht verbotenen Tätigkeiten unterliegen, die selbstständig, regelmäßig, mit Gewinnabsicht und auf Dauer ausgeübt werden. Wäre also auch eine Frage, die zu klären ist, ob die Bannerwerbung die Pflicht einer Gewerbeanmeldung nach sich zieht. Hinzu kommt, dass man gewerblichen Seitenbetreibern wohl genauer auf die Finger schaut. Beiträge über Abmahnungen häufen sich in letzter Zeit immens.


Diese Punkte haben mich dazu bewogen, meinen Blog vorerst lieber bannerfrei zu halten. Ich meine, mir dadurch alle Freiheiten bei der Seitengestaltung und den Inhalten meiner Beiträge zu bewahren.

Die Autorin:

Sylvi

Meine Beiträge beinhalten eigene Erfahrungen, sei es über Soft- und Hardware, Social Media und die ich als WordPress-Bloggerin und Joomlanerin gesammelt habe. Zudem widme ich mich dem schönen Hobby "Fotografie".

11 Kommentare

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  • Hallo Sylvi,
    man… ich hätte jetzt so gerne eine Werbung bei Dir geschaltet smilie …. nein, Spaß beiseite, ich finde es gut, dass Du Deine Seite bannerfrei hältst. Interessant sind auch die Überlegungen, die Du in Deinem Bericht angestellt hast über rechtliche, gewerbliche und steuerliche Aspekte. An was Du alles denkst….
    Toll geschrieben – naja… wie immer smilie
    Liebe Grüße
    Pauli

  • Schöner Artikel, Sylvi smilie

    Bei der Gewerbeanmeldung ist es so, dass du eins anmelden musst, wenn du regelmäßige Einnahmen erzielst. Wenn du also jeden Monat 50 Euro einnimmst, musst du ein Gewerbe anmelden. Wenn du dagegen einmalig 500 Euro einnimmst, ist keine Gewerbeanmeldung erforderlich.

    Mit der Steuer hat das aber nix zu tun. Du musst auf jeden Fall alle Einnahmen versteuern, egal ob monatlich, jährlich oder einmalig.

    Ob sich Werbung für dich lohnt oder nicht, kommt halt auf deine Besucherzahlen an. Du hast schon mal den Vorteil, dass Werbung zum Thema Computer ganz gut bezahlt wird (im Gegensatz zum Thema Rätsel smilie Wenn du pro Tag 500 Besucher oder mehr hast, würde sich das schon für dich lohnen, denke ich.

    • @ Pauli Vielen lieben Dank. Naja, ich mache mir eben lieber vorher Gedanken über solche Dinge. Aber vielleicht fällt ja jemandem noch ein Aspekt ein, den man berücksichtigen sollte.

      @ Cujo. Richtig, das Finanzamt verfolgt ganz andere rechtliche Grundlagen als das Gewerbeamt. Allerdings kann es sein, dass das Gewerbeamt auch regelmäßige Einnahmen i. H. von 50 € als Bagatelleinnahmen einstuft und nicht unbedingt auf eine Gewerbeanzeige besteht. Daher empfehle ich, vorher bei den örtlichen Gewerbeämtern der Gemeindeverwaltungen nachzufragen. Wichtig ist eben meines Erachtens: vorher erkundigen und dann erst loslegen.
      Oh, doch so viele Besucher muss man mind. haben? Na, dann lohnt sich das für mich eh noch nicht smilie

  • Naja, wenn man von einer Klickrate von 1% ausgeht, hättest du bei 500 Besuchern 5 Werbeklicks am Tag. Beim Thema Computer kriegst du pro Klick vielleicht 0,30 €. Das wären dann 1,50 € am Tag bzw. 45 € im Monat.

    Ob sich das für dich lohnt, musst du halt selbst wissen smilie

  • Mir wurde damals beim Gewerbeamt mitgeteilt, dass grundsätzlich alles, was bereits nach einer Einnahmenabsicht aussicht gewerbepflichtig ist. D.h. dann praktisch wenn Werbung geschaltet ist, wie z.B. Adsense & Co., dann liegt auch eine Gewerbepflicht vor, unerheblich davon ob Einnahmen vorliegen. Das mag sich in der Zwischenzeit vielleicht geändert haben, oder von Gewerbeamt zu Gewerbeamt anders gehandelt werden. Nachfragen ist auf jeden Fall lohnenswert smilie
    Grundsätzlich gebe ich Dir aber Recht, der Aufwand der für die Einnahmen zu betreiben ist, ist nicht wirklich als gering zu bezeichnen. Da mag man sich vorher schon überlegen, ob es überhaupt Sinn macht.

    • Tja, so ist das mit Ermessensentscheidungen schon mal smilie Und wenn ich ich mir das Rechenexempel von Cujo anschaue, dann möchte ich meine Freizeit doch lieber für Beiträge und nicht für Einkommenssteuererklärungen und/oder Gewerbean- oder ummeldungen verwenden. Zumal diese ja auch nicht kostenlos sind.

  • Rechenbeispiel und Klickrate: Das wollte ich doch mal genauer wissen und hab gerade mal meinen Adsense Account zu Rate gezogen. Diesen Monat habe ich dort eine Klickrate von 5,98% (gerechnet auf die Seitenimpressionen). Und wenn ich meine 6 Blogs auf denen Adsense läuft vergleiche, dann liegt die Klickrate diesen Monat bei zwischen 3 und 9% was wiederum einen Durchschnitt von 5,85% ausmacht. Bei den angenommenen 1% muss man schon äußerst schlecht platzieren smilie

    Ich wills Dir aber sicherlich nicht einreden, das muss wirklich jeder selbst entscheiden. Und es kommt auch ganz auf die Besucherzahlen und vor allem die Suchmaschinenbesucher an, denn letztere sind es die klicken.

    Für mich stelle sich die Frage, ob ich das mache, übrigens nie. Ich bin ja seit 6 Jahren hauptberuflich selbständig, da ist es nur eine weitere Einnahmequelle smilie

  • Danke für den Beitrag! Hab auch eine Anfrage zu Werbeschaltung bekommen und werde aus den gleichen Gründen – Finanzamt, Gewerbeamt, … – ablehnen smilie

    • Hallo Christian,

      zur Not fragst Du einfach mal bei Deiner örtlichen Gewerbeabteilung (in der Regel dem Ordnungsamt zugeordnet) nach. Vielleicht kommst Du ja um eine Gewerbeanmeldung aufgrund geringfügiger Einnahmen herum. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Bewertung, ob es sich um ein Gewerbe handelt oder nicht, oft um eine Ermessensentscheidung.

  • Hallo liebe Bloggerin,
    ist es nun eigentlich Pflicht seine Telefonnummer im Impressum zu veröffentlichen? Ich persönlich finde es schon schlimm genug, überhaupt irgendwelche Daten im Impressum veröffentlichen zu müssen. Hab auch deswegen schon schlechte Erfahrungen mit Mitbewerbern machen müssen, die mir meine Ideen klauen. Naja halt Pech, wenn man in Deutschland wohnt.

  • Achso, was ich noch schreiben wollte:
    Die Sache mit dem Gewerbe ist eigentlich ganz schnell erledigt. Es sind auch nicht immer nur Centbeträge, die man verdient. Mit einigen Methoden kann man ganz einfach Geld verdienen im Internet. Ich persönlich empfehle Dir Affiliate Marketing auf Deinem Blog anzuwenden und diverse Produkte zu vermarkten. Jedes Mal, wenn jemand Deine Affiliate-Links anklickt und ein beworbenes Produkt kauft, erhältst Du eine Provision. Des weiteren ist auch Google AdSense zu empfehlen. Einfach mal verschiedene Sachen ausprobieren.

    Viel Erfolg!

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