Gefunden: Objektivadapter für meine Yashica-Objektive an Sony Alpha 6000

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Vor einiger Zeit schenkte mir mein Vater seine alte Fototasche, die neben einer analogen Yashica-Kamera zwei Objektive, Makroaufsätze, einen Telekonverter und anderes Zubehör enthält. Die Kamera scheint noch funktionsfähig zu sein, bis auf einen kleinen Defekt am Einstellrad. Es lässt sich zwar noch drehen, aber aufgrund fehlender Aufsatzscheibe mit Funktionsbeschreibung an den jeweiligen Positionen, kann ich nicht erkennen, welchen Auslösemodus ich ausgewählt habe. Aber egal, ich wollte mich eh nicht mit analoger Fotografie beschäftigen. Spannend finde ich allerdings die beiden Objektive.

Was sind das für Objektive?

Bei dem einen Objektiv handelt es sich um eine 50er Festbrennweite und zwar dem Yashica Yashinon OS-M 50 mm F1.7, bei dem anderen um ein 80-200 mm Zoomobjektiv – dem Soligor 80-200 mm Zoom Macro F4.5. Aus Neugier habe ich mir ein paar Meinungen zu diesen Objektiven aus dem Internet eingeholt. Während die Festbrennweite wahre Begeisterung auslöst, fallen die Meinungen zu dem Zoomobjektiv nicht ganz so positiv aus.
Ich persönlich finde beide interessant und nahm mir fest vor, sie an meinen digitalen Kameras zu adaptieren. Und außerdem finde ich eine feste Blende von 4.5 an einem Zoomobjektiv mit recht ordentlicher Brennweite gar nicht so schlecht.

Allerdings bin ich für die APS-C-Kamera Sony Alpha 77 II objektivmäßig bereits recht gut aufgestellt. Für meine MFT-Kamera Panasonic Lumix GX 80 besitze ich bereits eine recht lichtstarke Festbrennweite und auch ein – wenn auch mäßig lichtstarkes – Zoomobjektiv. Anders gesagt, behielt ich den Plan im Hinterkopf, die Yashica-Objektive irgendwann zu adaptieren, der Kick für die Umsetzung fehlte aber noch.

Die Sony Alpha 6000 zog bei mir ein

Als die Sony Alpha 6000 mit dem 16-50er Kit-Objektiv zu einem Kampfpreis unter 500 Euro im örtlichen Elektromarkt angeboten wurde, konnte ich einfach nicht mehr daran vorbeigehen und habe zugeschlagen. Der Preis ist bei ihr in den letzten Monaten immens gesunken. Aber irgendwie sträubte ich mich bis vor kurzem dagegen, mir eine Kamera mit einem dritten Objektivsystem zulegen.

Die Sony Alpha 77II benötigt die klassischen A-Mount-Objektive, die Alpha 6000 wiederum E-Mount. Wollte ich mir das neben der Micro Four Thirds-Kamera von Panasonic auch noch antun? Ich tat es, ein wenig auch mit dem Hintergedanken, dass ich daran gegebenenfalls die A-Mount-Objektive adaptieren kann. Der recherchierte und in Frage kommende Adapter mit integrierter Fokusfunktion war mir dann doch erst einmal zu teuer.

Aber nun besitze ich die beiden wunderschönen analogen Objektive und in mir manifestierte sich der Wunsch, sie an der Alpha 6000 zu adaptieren. Zumal ich mir vorerst nicht mein Wunschobjektiv für diese Kamera zulegen kann (will, muss) … was auch immer.

Welcher Adapter soll es denn sein?

Die Verwendung der analogen Objektive ist per se mit Einschränkungen verbunden, da ich auf einen Autofokus und komfortable Blendeneinstellung an der Kamera verzichten muss. Von einem fehlenden Bildstabilisator ganz zu schweigen. Übrigens war bisher der fehlende Bildstabi in der Kamera auch ein Gegenargument, sie mir zuzulegen. Ich bin da wohl ein bisschen Alpha 77 II- und Lumix GX80-verwöhnt. smilie

Mir wurde bei der Adapterrecherche recht schnell klar, dass das kein teures Unterfangen sein wird. Leider wurde es dann doch etwas teurer als gewünscht für mich, weil ich einem Irrtum aufgesessen war.

Der 1. falsche Adapter

Ich suchte also nach einem Adapterlösung zur Verwendung von Yashica-Objektiven an einem Sony E-Mount-Anschluss. Also bestellte ich den Adapter mit der Bezeichnung „K&F Concept® C/Y-NEX Objektivadapter, Objektiv Adapterring für Contax/Yashica Objektiv auf Sony Alpha NEX“. Er traf ein, ich packte ihn enthusiastisch aus, hielt ihn an die Yashica-Festbrennweite und … mir fiel die Kinnlade herunter.

Er ließ sich nicht an das Objektiv schrauben, weil der Durchmesser des Adaptergewindes um einiges größer als der des Objektives ist. Wie konnte das nur passieren? Ich hatte doch nach Begriffen wie „Objektiv“, „Adapter“, „Yashica“, „E-Mount“ gegoogelt?

Des Rätsels Lösung nach dieser großen Enttäuschung und weiteren Recherche ergab, dass ich auf die Bezeichnung „M42“ hätte achten sollen. Gut, nun habe ich Lehrgeld bezahlt und ich überlegte, den Adapter wieder zurück zu schicken. Dann dachte ich, der Preis war nicht derart hoch und wer weiß, welche analogen Objektive mir noch über den Weg laufen. Dann habe ich mir eine erneute Recherche bzw. einen erneuten Kauf gespart.

Der 2. falsche Adapter

Mit dem neuen Wissen gewappnet begab ich mich erneut auf Adaptersuche und wurde förmlich von dem Angebot erschlagen. Da ich mich noch in der Test-Adaptionsphase befand, wollte ich keine Unsummen investieren und haben den zugegebenermaßen sehr günstigen Andoer Fotga M42 Adapter-Ring für 7,99 € bei Amazon bestellt.

Und endlich … er passte perfekt. Aber was ist das? Trotz Betätigen des Blendenrings am Objektiv schloss sich die Blende nicht! Och nö … smilie

Der Blendenstößel bzw. BlendenstiftWoran lag das? An meinen Yashica-Objektiven befindet sich am Rand ein flexibler Blendenstößel (auch Blendenstift genannt), der für die Übertragung der Blendeneinstellung durch das Drehen am Objektivring zuständig ist. Wird dieser beispielsweise am Adapter nicht eingedrückt, bleibt die Blende offen und lässt sich nicht schließen.

Ratschläge aus dem Internet waren nicht meins

Also suchte ich erneut nach einer Lösung für dieses „Problem“. Da gibt es die wildesten Vorschläge in diversen Fotoforen. Einer rät dazu einen Q-Tipp auf ca. 3 mm zu kürzen und über den Stößel zu stülpen. Ein anderer sägt an einem Mini-Metallröhrchen herum. Wieder andere geben Ratschläge, welcher Kleber am geeignetsten sei, um den Blendenstößel reversibel zu fixieren – möglichst so, dass der Leim nicht in den Innenraum tropft und die Klebefixierung bei einem Weiterverkauf entfernt werden kann. Andere empfehlen das Objektiv zu öffnen und den Stößel komplett zu entfernen.

Es kann doch nicht sein, dass ich an dem Objektiv herumbasteln muss, wenn ein Riesenangebot an Adaptern existiert, oder? Es half nix und ich suchte weiter. Dazu graste ich die Detailbeschreibungen zu den jeweiligen Adaptern in diversen Internetshops per „Strg+ F“ und Eingabe des Begriffs „Blendenstößel“ bzw. „Blendenstift“ ab, fand aber nirgends Angaben darüber.

Bei Amazon gibt es allerdings eine wunderbare Suchfunktion bei den Kundenrezensionen und so stieß ich auf eine Rezension, worin ein Kunde freudig mitteilte, dass dieser Adapter sogar den „Blendenstift“ eindrücke.

Na endlich! Ich investierte sofort den sagenhaften Betrag von 16,99 € für den K&F Concept® M42 auf Sony Nex Alpha E-Mount-Adapter und bestellte das Teil.

Endlich am Ziel!

Innenliegender BlendenringFast schon unglaublich aber wahr: er kam, er passt und er funktioniert GENAU SO wie er soll – an beiden Objektiven und an meiner Sony Alpha 6000. Der Blendestößel wird eingedrückt, so dass ich jetzt eine beliebige Blende einstellen kann.

Es macht Spaß, an diesen massiven und schweren Objektiven und den etwas schwergängigen, leicht ratternden Einstellringen manuell die Blende und den Fokus einzustellen. Nennt man sowas nicht „entschleunigtes Fotografieren“? smilie

An dem Zoomobjektiv finde ich den „Schiebemechanismus“ für die Brennweiteneinstellung irgendwie cool.

reingeschobener Zoomausgezogener Zoom

 

 

 

 

 

Natürlich habe ich auch sofort ein paar Schnappschüsse gemacht. Also seht es mir ein wenig nach, dass die veröffentlichten Blümchenfotos nicht sehr repräsentativ sind. Der Himmel war bedeckt, es dämmerte bereits, die Fotos wurden aus der Hand geschossen und es war zeitweise sehr windig – achja, und die Alpha 6000 besitzt keinen Bildstabi. smilie 

Rosa Blüte Nr. 1 mit Yashica Yashinon

Rosa Blüte Nr. 1 mit Yashica Yashinon OS-M 50 mm F1.7 bei Blende 1.7 ILCE-6000 1/40 sec ISO-100

Rosa Blüte Nr. 2 mit Yashica Yashinon

Rosa Blüte Nr. 2 mit Yashica Yashinon OS-M 50 mm F1.7 bei Blende 3.5 ILCE-6000 1/40 sec ISO-100

Rosa Blüte Nr. 3 mit Soligor 80-200 mm

Rosa Blüte Nr. 3 mit Soligor 80-200 mm F4.5 Macro, Brennweite 80 ILCE-6000 1/40 sec ISO-400

Rosa Blüte Nr. 4 mit Soligor 80-200 mm

Rosa Blüte Nr. 4 mit Soligor 80-200 mm F4.5 Macro, Brennweite 200 ILCE-6000 1/40sec ISO-400

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die eingefügten Fotos entstanden mit der 50er Festbrennweite mit Blende 1.7 und 3.5 und mit dem Zoomobjektiv bei einer Brennweite von 80 und 200 mm und ich glaube mit Blende 4.5. Und ja, die Aufnahmen stammen wirklich von vorgestern und wir haben tatsächlich noch Sommerblumen im Garten. Das Bokeh gefällt mir und ich finde es schön softig, oder was meint ihr?

Mein Fazit

K&F Concept® M42 auf Sony Nex Alpha E-Mount-AdapterAuch wenn es gefühlsmäßig sehr zeitaufwändig war, den passenden Adapter zu finden, hat es sich für mich gelohnt. Ich besitze nun neben dem Kit-Objektiv zwei schöne Altgläser für meine Sony Alpha 6000. Und preislich gesehen komme ich trotz der Fehlkäufe immer noch besser weg, als hätte ich mein Wunschobjektiv für knapp unter 900,00 € gekauft.

Nun habe ich mir einen Zeitpuffer verschafft, in dem ich die beiden Objektive ausgiebig testen und für das andere Objektiv sparen kann. Oder vielleicht erscheint demnächst ja auch ein bezahlbares, adäquates E-Mount-Objektiv auf dem Markt. Momentan finde ich die Altglas-Fotografie sehr spannend – zumal ich dank meines Vaters noch über einen passenden Telekonverter und Makroaufsätze verfüge.


Was haltet ihr von „Altglas“-Objektiven? Habt ihr auch welche im Einsatz und/oder nutzt ihr sie regelmäßig? Wie ist Euer Eindruck? Ich persönlich bin recht angetan von der Qualität der Bilder. Fügt doch mal einen Link zu Euren Bildern z. B. bei Flickr o. ä. unter den Kommentaren ein, die mit solch einem Objektiv entstanden sind.


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