Vierter Fotowalk: Wasser in der Stadt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Unter dem Motto “Wasser in der Stadt” hat es uns dieses Mal am frühen Abend in die Nachbarstadt Hemer  verschlagen. Die erste Anlaufstelle war Nähe Innenstadt der relativ neu angelegte Hademare Bachlauf.
Okay, nicht sofort, denn erst einmal blieben wir an den üppigen Beeten mit Lavendel und lila Puschelblumen hängen. Mal wieder musste ich Google bemühen, um zu erfahren, dass es sich dabei um einen Zierlauch – oder auch Allium genannt – handelt.

Vor dem Wasser kamen die Blumen

Allium

Es kostete ein wenig Überwindung, um uns dort loszureißen und zum eigentlichen Fotothema zu wechseln. Aber dann wurde es lustig. Unser Fotowalk-Führer hatte Plastikenten mitgebracht, die ins Wasser gelassen wurden, um das Fotografieren mit Bewegungsunschärfe zu üben.

Der Spaß war immer dabei …

 Entenrennen am Hademare-BachlaufMan, was haben wir gelacht! Entweder lagen die Enten auf der Seite, als sie in dem Bach an mir vorbeizogen, oder schwammen rückwärts auf mich zu.

Dann hatte ich den Fokus falsch erwischt und die Ente war unscharf … nur nicht durch Bewegung. Oder ich hatte die Ente so krampfhaft anvisiert, dass die Ente absolut scharf war.

Noch ein Problem war die fehlende Übung beim Mitschwenken, dann war es zeitweise die unflexible seitliche Fast-Liege-Position und hin und wieder fehlte es ein wenig an Schnelligkeit in der Wasserströmung.

Aber hauptsache wir hatten Spaß. Naja und die Passanten wohl auch, ein Kleinkind rief vergnügt “Oh Quiiiieeetscheeeenteeeen!!!”.

… auch wenn alles nicht so klappt

Mittlerweile kann ich auch das ganze Drumherum relativ gut ausblenden, und finde es nicht mehr ganz so absurd, in belebten Fußgängerzonen aus ungewöhnlichen Positionen zu fotografieren. Gut, es war die Nachbarstadt, aber die Welt ist ja bekanntlich sehr klein und ich habe dort auch mal sieben Jahre gewohnt.

Hademare Bachlauf in der Fußgängerzone HemerDiese Fotoaktion war – zumindest für mich – nicht ganz so erfolgreich und wir zogen weiter, immer weiter Richtung Innenstadt. Dort führte auch ein Teil des Bachlaufes her und ich versuchte wieder mein Glück. Und diese Mal hatte ich es – die Bewegungsunschärfe ergab sich durch vorbei gehende Fußgänger.

Nun ist ein in Beton eingefasster Bach zwar am Anfang zum Üben ganz schön, aber eben nicht so wahnsinnig spannend. Daher gingen wir weiter zu einem Teil der Oese, an der eine Uferböschung existiert.

Am Ende gab es endlich die Belohnung

Oese ganz weichDort mussten wir allerdings feststellen, dass die Strömung fast der eines Teiches entsprach und Wasserwirbel waren so gut wie nicht vorhanden. Auch nicht sehr interessant für Aufnahmen mit längeren Verschlusszeiten. Unser Fotowalk-Leiter erklärte, egal wann man dort hinkommt, jeden Tag sei die Situation eine andere.

Also weitermarschiert und endlich fanden wir einen Teil des Baches in der Innenstadt, bei dem es etwas lebhafter zuging. Stativ aufgebaut und losgelegt mit den unterschiedlichsten Belichtungs- und Blendeneinstellungen.
Zwischenzeitlich sorgte ich mich ein wenig um meinen Fotokollegen, der mit zwei Beinen des Stativs und seitlich festgestellter Kamera ziemlich weit über dem Geländer hing.

Na das klappte doch sehr gut und war ein schöner Erfolg für mich. Meine ersten Außenaufnahmen mit weichem Wasser gefielen mir. Und da es nicht mehr ganz so hell war und das Ufer im Halbdunklen lag, brauchte ich meinen Graufilter auch nicht.

Auf Motivsuche zum Motto passend

Grohe-Brunnen bevor er abgestellt wurde

Weiter ging’s zum Grohe-Brunnen. Kaum hatte ich meinen Standort ausbaldowert, das Stativ platziert und die ersten Fotos geschossen, plätscherte es plötzlich nur noch spärlich aus dem Brunnen.

Wie jetzt? Tatsächlich, der Brunnen wurde Punkt 20.00 Uhr abgestellt. Ich glaub’s ja nicht!

Okay, dann werden eben Wasserspiegelungen ausgewählt und daran herumprobiert.

Meistersänger am AbendUnd dann sah ich sie … eine Amsel. Jahaaa, ich weiß, das Thema war Wasser. Aber die saß so hübsch auf einer Laterne und mit dem warmen Licht. Dann noch vor dem tollen Wolkenhimmel … die musste ebenfalls als Model herhalten.

Unser Fotochef rief zu uns herüber “Ha! Ihr überseht gerade das Beste!” Aber wir ließen uns erst einmal nicht beirren.

Na gut, was hat er denn? Also sind wir zu im herüber geschlendert und dann trat der Wow-Effekt ein. Die Türmchen-Villa im einer Pfütze.
Natürlich hatte ich falsch – also automatisch – fokussiert und auch die Blende viel zu weit geschlossen.

Türmchenvilla in einer PfützeDaher waren die Pflastersteine wunderbar scharf, nur eben das Spiegelbild nicht. Cheffe gab mir ein paar Supertipps und schon klappte es mit dem Spiegelbild.

Über diese (kleinen) Erfolgserlebnisse freue ich mir echt ein Bein ab. Und auch wenn  anfangs nicht alles so geklappt hat, wie ich es mir gewünscht hätte – ich habe nicht nur eine Menge Spaß gehabt, sondern wieder einiges dazugelernt. 🙂


Die Autorin:

Sylvi

Meine Beiträge beinhalten eigene Erfahrungen, sei es über Soft- und Hardware, Social Media und die ich als WordPress-Bloggerin und Joomlanerin gesammelt habe. Zudem widme ich mich dem schönen Hobby "Fotografie".

9 Kommentare

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  • Hallo Sylvi,

    so eine Fototour mit Gleichgesinnten macht meistens Spaß, auch wenn du ja eine Menge Pech hattest. Schön, dass es am Ende doch noch funktioniert hat. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und schöne Fotos 🙂
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    • Hallo Ann-Bettina,

      als Pech würde ich das gar nicht bezeichnen eher als „widrige Umstände“. 😉 Und ich denke, wir haben einfach das Beste draus gemacht. Ich freue mich immer, mit Gleichgesinnten auf Fototour zu gehen, weil man sich austauschen kann. Außerdem finde ich es wahnsinnig interessant, wie die Anderen an ein Motiv herangehen und welches Equipment sie nutzen.

      Lieben Gruß
      Sylvi

  • Hey Sylvi,

    schöner Bericht und wenn Du nicht so weit weg wohnen würdest, wäre ich glatt mitgegangen! Die Ankündigung auf FB hatte mich richtig neugierig gemacht.
    Das mit dem Ausblenden von dem, was um mich rum passiert, gelingt mir beim Fotografieren auch immer besser. 🙂
    Das Spiegelbild von dem Türmchen in der Pfütze ist super und gefällt mir neben dem Zierlauch-Foto (ich weiß, hat nix mit Wasser zu tun 😉 ) am besten!

    Liebe Feiertagsgrüße aus Bayern,

    Pauli

    • Hej Pauli,

      Du hättest super in die Truppe gepasst … ja, total schade, dass Du so weit weg wohnst. :-/
      Vielen Dank für das tolle Feedback zu den Fotos.

      Lieben Fronleichnamsgruß aus dem Sauerland,
      Sylvi

  • Hi Sylvi,

    ich gestehe, das ich Deine Texte lediglich überflogen habe – warum, weißt Du.

    Was mir bei Deinen Fotos immer mehr auffällt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Du zeigst dies mit Deinen schönen Bildern. Mein Favorit hatte ich bereits gezeigt.

    Hg
    Peter

  • Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie einfach es sein kann, eine triste Stadt in Szene zu setzen. Entweder mit dem richtigen Blickwinkel beim fotografieren oder eben auch mit den zahlreichen Wasserspielen & Co

  • Hallo Sylvi!

    Ein sehr interessanter Beitrag über Wasser in der Stadt! Ich habe Architektur studiert und habe mich schon während des Studiums dafür interessiert, wie man die Natur in die Stadt holen kann um sie aufzuwerten. Das Wasser ist dabei ja nur ein Thema. Es schafft immer eine Atmossphäre zum Wohlfühlen, wenn das Wasser in der Stadt an verschiedenen Orten plätschert. Besonders im Sommer ist der Effekt der Abkühlung immer sehr schön. Man sollte als Architekt das Wasser in der Stadt viel mehr in seine Tätigkeit einbauen!

    Liebe Grüße, Stefan

  • Ich finde deine Fotoserien toll, dieser hier erinnert mich an früher, als die Brunnen in unserem Park in Duisburg noch liefen und ich mit meinen Brüdern stundenlang im Wasser plätscherte. Danke dafür.

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