Warum (mir) eine Kameratasche nicht ausreicht

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Mit der Anschaffung der Sony Alpha 58 im November letzten Jahres war für mich klar: als erstes muss eine Kameratasche oder noch besser ein Fotorucksack her.
Anfangs erschien mir der Rucksack allerdings noch ein wenig überdimensioniert, schließlich besaß ich nur die Kamera mit Kit-Objektiv und eine Speicherkarte. Kurz darauf legte ich mir noch ein Reiseobjektiv von Sigma zu.

Und um Vorurteile schon einmal vorzubeugen: Nein, ich zähle nicht zu den Frauen mit Handtaschentick. Im „normalen“ Leben renne ich immer mit ein und demselben Rucksack herum, den ich auf irgend einem Bauernmarkt erstanden habe.

Rucksack zu groß

Kleine Fototasche für die Spaziergänge

So dauerte es gar nicht lange und ich beschloss, mir eine kleinere Fototasche zuzulegen, die ich bisher bei fast jedem Spaziergang und Familientreffen dabei hatte. Dorthin passte locker die Kamera mit Reiseobjektiv und ein Zusatzobjektiv oder auch anderes Zubehör.

Den Rucksack verwendete ich auch anfangs nur bei den Fotowalks. Schließlich kamen immer mehr Zubehör wie Putztücher, Filter usw. hinzu und die sollten eben immer dabei sein.

Mein erster FotorucksackDann folgte ein Zoom-Objektiv 70-300, ein Makroobjektiv und noch eine Festbrennweite. Und dann stieß ich das erste Mal auf die Grenzen meines ersten Fotorucksacks. Nach dem Fotowalk an der Kiebitzwiese mit dem 70-300er Zoom war es nicht möglich, das Objektiv beim Verstauen meines Equipments auf der Kamera zu belassen und ich musste es daher vorher noch wechseln.

Gut, würde ich mich nur auf dieses und vielleicht noch auf 2 andere Objektive beschränken, hätte auch dieser Fotorucksack ausgereicht. Durch die verstellbaren Klettwände bietet solch ein Rucksack doch einiges an individueller Raumaufteilung.

Rucksack zu klein

Aber zwischendurch hatte ich immer mal wieder das Bedürfnis, sämtliches Zubehör mitzuschleppen. Schließlich hätte ich ja plötzlich an der Kiebitzwiese auf die Idee kommen können, Makroaufnahmen zu machen. Oder es bot sich vielleicht auch die Gelegenheit für Landschaftsaufnahmen mit dem Reiseobjektiv.

Mein derzeitiger Fotowalkbegleitser - rechter RucksackDurch Zufall ergab es sich, dass ein guter Fotofreund keine Verwendung mehr für seinen Rucksack hatte, weil er objektivmäßig mittlerweile in den 150-600er Zoombereich expandiert ist und sich einen neuen zulegen musste. Ich kriegte seinen also geschenkt, der wesentlich mehr Stauraum als meiner bot – wohl dem, der solche Freunde hat. smilie

Und super … nun konnte ich den Innenraum meines neuen Rucksacks so gestalten, dass ich sämtliche Objektive darin verstauen und zusätzlich mein Telezoomobjektiv an der Kamera belassen kann.

Schnäppchen im Discounter – das nimmt man doch mit

FototaschenschnäppchenZwischendurch konnte ich einfach nicht “Nein” sagen, als bei einem Discounter Fototaschen unterschiedlichster Machart für einen Appel und ein Ei angeboten wurden. Eigentlich hat diese Tasche fast die gleiche Größe wie meine erste Fototasche, ist zwar nicht ganz so stabil, besitzt allerdings einen integrierten Regenschutz.

Ganz ehrlich … ich habe sie noch nicht einmal in der Praxis verwendet, sie dient momentan als Aufbewahrungstasche für Kleinzeugs.

Warum sehen Fototaschen (fast) immer aus wie Fototaschen?

Irgendwann störte es mich etwas, dass man anhand meines Fotorucksacks oder auch der Tasche sofort erkennen kann, was ich darin transportiere. Bei einer Fotoexkursion war ich ausnahmsweise mal wieder mit meinem großen Fotorucksack und Stativ unterwegs. Als ich einen kleinen Museumsladen betrat, merkte der Betreiber an „Oh, eine Profifotografin.“ Ich wehrte mich mit Händen und Füßen und erwiderte „Nein, nein, wirklich nur Hobbyfotografin.“ Er wollte das gar nicht recht glauben.

Aber mir war das irgendwie unangenehm. Und im Hinblick auf künftige Spaziergänge – vor allem im Urlaub – machte ich mich auf die Suche nach einer unscheinbareren Fototasche.

Unscheinbare FototascheIch googelte und wurde auch recht schnell fündig. Genau, das was ich suchte. Unauffälliges, sportlich rustikales Design, viel Stauraum auch für Kleinzeugs. So bin ich bei Ausflügen mit der kleineren Fototasche nicht auf eine zusätzliche Tasche für Schlüssel, Handy und Papiere angewiesen. Und trotzdem wirkt sie nicht wuchtig.

Ich gestehe, dass ich sie noch nicht richtig auf die Probe stellen konnte – erst ein einziges Mal, als sich die Sonne am Wochenende einmal blicken ließ. Aber bei diesem kurzem Fototrip gefiel mir, dass die Tasche sehr rutschfest auf der Schulter sitzt. Dank der abnehmbaren Polsterung schnitt der Gurt auch nicht ein.
Allerdings kann ich den Tragekomfort wohl erst richtig bewerten, wenn ich statt mit Winterjacke nur mit T-Shirt bekleidet unterwegs bin. smilie

Mein Fazit

Um für jede Gelegenheit taschenmäßig umfassend gerüstet zu sein, reicht mir eine Tasche einfach nicht aus. Ich persönlich benötige zum Transport auf jeden Fall drei Transportmittel:

  • großer Fotorucksack – für die ausgiebigen Fototouren und meisten Fotowalks, bei denen ich mir nicht sicher bin, was mich erwartet, um sämtliches Equipment parat zu haben;
  • kleine Fototasche – um meine Kamera – auch bei spontanen Spaziergängen – immer griffbereit zu haben, evtl. mit noch einem Zweitobjektiv;
  • größere, unscheinbare Fototasche – für Kurztrips, bei denen ich nicht möchte, dass der Inhalt jedem ersichtlich ist. Insbesondere im Urlaub – aber mit genügend Platz für allerlei Zubehör, Alltagsgegenstände und eine Trinkflasche.

Ich denke, mit ihnen ist mein Bedarf vorerst ganz gut gedeckt. Aber mich würde interessieren, welche Taschen ihr Euch im Laufe Eurer Fotografielaufbahn zugelegt habt. Welche ist Euer Liebling oder war der absolute Fehlkauf und vor allem warum?


Die Autorin:

Sylvi

Meine Beiträge beinhalten eigene Erfahrungen, sei es über Soft- und Hardware, Social Media und die ich als WordPress-Bloggerin und Joomlanerin gesammelt habe. Zudem widme ich mich dem schönen Hobby "Fotografie".

5 Kommentare

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  • Hey Sylvi,

    zunächst mal toller Beitrag und schöne Taschen!
    Ich hatte mir zu Beginn meiner Fotografiererei den gleichen kleinen Rucksack von Lowepro zugelegt, den ich inzwischen eigentlich nur noch für die Lumix FZ-1000 hernehme. Das ist dann sogar meistens beruflich, dann habe ich nämlich noch Laser-Entfernungsmesser und ähnliches Zeugs drin.
    Für die große Ausrüstung habe ich einen sehr schönen, geräumigen Rucksack von Cullmann. Dort passt (fast) die gesamte Ausrüstung rein und er ist dennoch nicht zu wuchtig und sehr bequem zu tragen. Was mir wichtig ist, dass die Kamera mit montiertem großen Tele ausreichend Platz hat.

    Liebe Grüße aus dem Süden der Republik,
    Pauli

    • Hej Pauli,

      anfangs wollte ich einfach nur ein Behältnis, um die Kamera stoß- und staubsicher von A nach B zu transportieren. Gut, ich hatte mir bereits einen Rucksack zugelegt, weil ich geahnt habe, dass es nicht bei Kamera und Kit-Objektiv bleiben wird.
      Und trotzdem denke ich, hätte die kleine Tasche für’s Erste vollkommen gereicht. Denn es ist ja nicht nur, dass nach und nach immer mal ein Objektiv hinzukommt. Dann wollen noch Mikrofasertücher, Pol-/ND-Filter, Ersatzakkus, Speicherkarten usw. usf. verstaut werden. Der Weg zum großen Rucksack war also gar nicht so lang und somit war die Anschaffung des mittleren Rucksacks im Grunde überflüssig.
      Aber ich konnte ja nicht ahnen, wie schnell und umfangreich ich in die Fotografie einsteige. Obwohl … eigentlich schon. Wenn ich mich für etwas begeistere, artet das schon einmal aus. smilie

      Lieben Gruß aus Südwestfalen,
      Sylvi

  • Hallo Sylvi,

    ich HASSE es auch, wenn man hundert Meter gegen den Sandsturm sieht, was man da mit sich rumschleppt smilie
    Deine „unscheinbare“ Tasche sieht klasse aus, wenn du magst, schreibst du mir mal per PN wo du sie her hast? Ich suche genau so eine „eierlegende Wollmilchsau“ als Fototasche, unscheinbar aber mit vielen Fächern für Fotokrimskramskleinkram smilie
    Ist das jetzt „eigentlich“ eine Fototasche oder hast du sie nur zu dieser „ernannt“? smilie

    EDIT: cool – hab mal nach dem Etikett gegoogelt … kannte ich noch gar nicht, diese Taschen … sehen aber vielversprechend aus! Immernoch besser als wenn jeder gleich sieht, was man da mit sich rumschleppt #Sicherheitsaspekt smilie

    • Hej Birgit,

      ich schicke Dir eine E-Mail von der Webseite. Als Neukunde habe ich noch einen Rabatt erhalten.
      Die Tasche gibt es in unterschiedlichen Varianten u. a. noch eine Nummer größer.
      Ich finde es lohnt absolut, sich die Taschen mal anzuschauen.

      Edit: Sie ist als Fototasche deklariert, gepolstert mit verstellbaren Innenfächern und hat einen Regenschutz.

      Schönen Gruß
      Sylvi

  • Habe mir vor ca. 1 Jahr einen Burton Fotorucksack mit 28 L Volumen zugelegt. Aber jetzt schon habe ich mir überlegt mir einen neuen Fotorucksack, einen kleineren Rucksack zuzulegen. Das Volumen meines aktuellen Fotorucksacks ist Ok aber insgesammt die Strucktur des Rucksack ist viel zu kompliziert…

    Mein nächster Fotorucksack soll ein Evoc ca 18 L werden. Er ist zwar schweine teuer aber auch extrem gut und auch extrem einfach zu handhaben.
    Den evoc durfte ich auch schon von einem Freund mehrere Tage ausprobieren und kann ihn jetzt schon ohne Bedenken empfehlen smilie

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