Wie editiere ich Beiträge?

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Anfangs wollte ich als Titel „Wie editiere ich Beiträge richtig?“ wählen. Aber ich möchte hier kein Patentrezept liefern, sondern nur meine eigene Vorgehensweise beschreiben. Dabei habe ich mir natürlich auch die Editier-Gewohnheiten auf anderen Blogs angeschaut.

Und nicht immer bin ich mir sicher, welche Methode die Eleganteste ist. Dabei unterscheide ich zwischen Rechtschreibfehlern, fachlichen Änderungen oder Ergänzungen, die sich durch Neuerungen oder Hinweise in Kommentaren ergeben können oder einem Stilmittel.

Editieren von Rechtschreib- oder Grammatikfehler

Am häufigsten treten wohl bei mir immer noch die Rechtschreibfehler auf. Natürlich lese ich jeden meiner Beiträge am Schluss – oft mehrmals – durch. Da ich fast alle meine Beiträge in Word speichere, lasse ich sogar noch den Duden-Korrektor den Text überprüfen. Und trotzdem, passiert es immer wieder. Kaum veröffentlicht, fallen mir doch noch Wortverdreher oder auch schon mal abstruse Satzkonstruktionen auf. Meist auch erst dann, wenn der Beitrag bereits durch RSS Graffiti auf der Facebook-Seite gepostet, per Tweet und als Feed veröffentlicht wurde. Wenn es hammerhart kommt, dann erscheint der Fehler auch noch im ersten Beitragsabsatz, so dass er für jeden sofort ins Auge springt.

Dann werde ich hektisch und versuche den Fehler schnellstmöglichst auszubügeln. Ich hoffe, dass noch nicht zu viele von dem Beitrag Notiz genommen haben. smilie Okay, kann passieren und ich denke, jeder wird es genauso handhaben wie und solche Fehler kommentarlos editieren.

Editieren von falschen Fakten

Mir ist es leider einmal auch schon passiert, dass ich Informationen zu einem Addon geliefert habe, die bereits veraltet waren. Vor Veröffentlichung des Beitrages hatte ich versäumt, mir die neueste Version anzuschauen. Und so war die erste Beschreibung nicht ganz korrekt. Sollte nicht passieren, aber da war es zu spät. Die ersten Besucher hatten den Beitrag bereits gelesen. Klammheimlich nun die Veränderungen vorzunehmen, hätte ich als nicht fair empfunden und wollte auch nicht, dass man mich für unglaubwürdig hält. Daher bin ich in diesem Fall so vorgegangen:

  • Beitrag editiert mit dem Zusatz „editiert am + Datum“ (war noch am selben Tag), durchstreichen der falschen Infos, ergänzen der aktuellen Information
  • auf meiner Facebook-Seite unter den Kommentaren einen Hinweis gegeben, dass der Beitrag noch einmal editiert wurde
  • diesen Zusatz für ein paar Stunden im Beitrag belassen
  • als der erste Besucherstrom abgeebbt war, den „edit-Zusatz“ wieder entfernt.

Entfernt hatte ich ihn deswegen, weil der Beitrag ja nun für alle Ewigkeit im World Wide Web existiert. Nachträglich geänderte Informationen sind nun mal schön sind und könnte meines Erachtens dilettantisch wirken.

Editieren nach Hinweisen von Kommentatoren

Nobody’s perfect und auch ich nehme gerne Tipps an. Sollte sich einmal herausstellen, dass ein Kommentator wichtige Hinweise oder Zusatzinformationen zu einem Beitrag liefert und damit eine Informations-Lücke schließt, würde ich den Beitrag entsprechend mit einem Edit-Hinweis ergänzen. Diese Praxis habe ich bereits auf anderen Blogs gesehen und machte den Blogautor in meinen Augen sympathisch.

Stilistisches Editieren

Auf einigen Blogs bedienen sich die Autoren der „Durchstreichen“-Formatierung. Wörter werden nicht entfernt, sondern nur durchgestrichen und durch einen anderen gegebenenfalls „netteren“ oder unverfänglicheren Ausdruck geändert. Der Eindruck wird erweckt, dass der Blogger seinen spontanen Gedanken ein wenig entschärfen aber seinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Ich finde diese Art des Bloggens bei bestimmten Beiträgen recht witzig, würde sie hier auf meinem Blog wohl eher selten verwenden. Allein schon deswegen nicht, weil ich bei dem Plugin Readspeaker feststellen musste, dass durchgestrichene Texte ganz normal vorgelesen werden. Außerdem kann ich nicht abschätzen, in welcher Form andere Webreader diese Formatierung verarbeiten (Stichwort: Barrierefreiheit).


Wie editiert Ihr Eure Beiträge? Und wie viel Wert legt Ihr auf einen Hinweis über Beitragsänderungen? Habt Ihr Euch schon einmal darüber geärgert, dass auf anderen Blogs „klammheimlich“ editiert wurde?


Die Autorin:

Sylvi

Meine Beiträge beinhalten eigene Erfahrungen, sei es über Soft- und Hardware, Social Media und die ich als WordPress-Bloggerin und Joomlanerin gesammelt habe. Zudem widme ich mich dem schönen Hobby "Fotografie".

12 Kommentare

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  • Ich bin bei meinen Artikeln ja auch sehr pingelig und lese sie öfters durch, bevor ich sie abschicke. Trotzdem geht es mir öfters so wie dir, dass ich im Nachhinein noch Fehler entdecke. Wenn es sich um kleine Fehler handelt, dann korrigiere ich sie einfach. Wenn ich allerdings etwas Falsches behauptet habe und der Fehler sich über mehrere Worte oder gar Sätze erstreckt, dann streiche ich es durch. Es kam bisher aber erst ein oder zwei Mal vor, dass ich durchstreichen musste.

    Dieses Durchstreichen ist übrigens eine ganz normale HTML-Auszeichnung (del), so dass der Fehler dann wohl beim Screenreader liegt, wenn er diese Auszeichnung ignoriert.

  • Rechtschreibfehler korrigiere ich selbstverständlich auch ohne darauf hinzuweisen, genauso irgendwelche verdrehten Satzstellungen…

    Alles andere wird bei mir nicht geändert sondern via UPDATE unter den Artikel hinzugefügt, egal ob es nun neue Erkenntnisse sind die ich anhand von Eigenrecherche gewonnen habe oder durch das Kommentieren anderer.
    Den Artikel im Ursprung verändere ich allerdings nicht.

    • Hej Melvenue,

      danke für Dein Feedback. Ah okay, Du nennst es Update, ich nenn es Edit und im Endeffekt handelt es sich um das Gleiche smilie
      Ich finde es gut, dass Du den ursprünglichen Artikel so belässt. Vielleicht hängt es auch ein wenig von der Art des Beitrages an, ob der Autor ihn doch lieber ändern oder so belassen und anschließend um die Neuerungen ergänzen möchte. In der Regel handhabe ich das ebenfalls so.

      Gruß Sylvi

    • Hallo Cujo,

      ah okay, letztendlich stehst Du dazu, dass Du bei Erstellen eines Beitrages einen anderen Wissenstand hattest und korrigierst ihn für alle sichtbar. Super!
      Ich weiß auch nicht warum der ReadSpeaker nicht in der Lage ist, beim Vorlesen den durchgestrichenen Text wegzulassen. Aber wer weiß, der Artikel über dieses Plugin ist vom 24.10.2010. Vielleicht hat ja mittlerweile ein Update dieses Problem beseitigt.
      Du wirst lachen, aber als mir die Idee zu diesem Beitrag kam, hatte ich den gleichen Gedanken, dass sich das Thema für den WMF anbieten würde. Dann wäre ich ja schon mal fertig damit smilie
      Das Thema dieses Webmasterfridays hast Du ja auch bereits in einem Beitrag vom letzten Jahr abgehandelt smilie

  • Hey Sylvi,

    ein interessantes Thema!
    Wie Du weißt, betreibe ich ja keinen Blog, habe aber eine Webseite, auf der mangels Zeit im Moment leider nicht allzu viel neue Beiträge erscheinen. Da meine Neuerungen im allgemeinen mit Gesetzesänderungen bzw. Änderungen bei Förderrichtlinien zu tun haben, muss ich äußerst penibel recherchieren und kontrolliere die Zahlen bis zum Umfallen bevor ich sie veröffentliche. Sollte sich dennoch hartnäckig ein Zahlendreher festgebissen haben, wird der sofort nach Feststellung kommentarlos korrigiert.
    Rechtschreib- bzw. Flüchtigkeitsfehler sind mir total fremd (hahaha… ) und müssen sich beim Hochladen der Beiträge oder im Moment des Abspeicherns im Joomla-Backend von alleine eingeschlichen haben! smilie. Diese werden auch korrigiert, wenn Sie mir denn auffallen sollten.
    Im übrigen finde ich die Art des Editierens bzw. Updatens nicht schlecht, weil ich als Blog-Konsument so auch die ursprünglichen Gedanken sehen kann oder auch die Entwicklung aufgrund neuer Erkenntnisse, die sich nach der Urfassung des Blogbeitrages ergeben haben.
    Schöne Grüße,
    Pauli

    • Huhu Pauli,

      also manchmal denke ich, es wäre oft sinnvoller, mal eine Nacht drüber zu schlafen, bevor ich einen Beitrag veröffentliche. Aber wenn ich ihn geschrieben habe, „brenne“ ich förmlich darauf, ihn möglichst schnell zu veröffentlichen und dann passieren eben auch schon mal Flüchtigkeitsfehler. Genau, bestimmt sind WordPress oder Joomla daran schuld, dass sich die Fehler einschleichen smilie

      Ein schönes Wochenende,
      Sylvi

  • Ich lasse generell immer die WordPress-eigenen Rechtschreibprüfung über Artikel laufen, die ist soweit ich weiß google-powered…
    Wenn ich dann noch an manchen Tagen Lust habe, einen Vorschau querzulesen, finde ich oft Sätze die keine richtigen sind… lach

    • Hej Marc,

      irgendwie komme ich mit der WordPress-eigenen Korrektur nicht so ganz klar. Vielleicht habe ich sie ja auch falsch eingerichtet, aber der markiert mir zu viele Wörter, die in meinen Augen keine Fehler sind. Ich kämpfe auch immer noch ein wenig mit der deutschen Rechtschreibreform smilie
      Da bin ich ja beruhigt, dass es Dir genau so ergeht smilie

      Lieben Gruß
      Sylvi

  • Hallo,
    ein durchaus interessanter Bericht. Dieser hat mich dazu veranlasst, mich gleich mal zu hinterfragen. Mache ich das eigentlich alles richtig? Wie achte ich auf die Rechtschreibung?
    Resultat:
    Ich unterscheide da glaube ich unbewusst. Ist der Beitrag wichtig, dann achte ich auf Rechtschreibung, Satzbau, Grammatik, usw.! Wenn er nicht so wichtig ist, kann ruhig mal ein Dreher drin sein.

    Fazit: Da gibts bei mir Verbesserungsbedarf smilie

    • Hej André,

      ah diesen Aspekt habe ich noch gar nicht berücksichtigt. Aber Du kannst schon recht haben. Ich habe ja noch den bunten Blog auf dem ich öfter „lockerere“ Beiträge veröffentliche.
      Ich bin mal kurz in mich gegangen und meine, dass ich dort zwar genauso auf die Rechtschreibung achte, aber ich schreibe schon mal ein bisschen laxer. D. h. dass ich vielleicht nicht ganz so sorgsam bei der Wortauswahl bin und schon mal umgangssprachlich schreibe. Kann sein, dass sich dann eher Flüchtigkeitsfehler einschleichen. Trotzdem ärgert es mich auch bei diesem Blog, wenn ich noch Fehler nach der Veröffentlichung entdecke smilie

      Lieben Gruß
      Sylvi

  • […] Wie editiere ich Beiträge? hat sich Sylvi vor einigen Wochen in einem Artikel selbst gefragt. Da mir das Thema gut gefallen hat, habe ich es kurzerhand für den Webmaster-Friday vorgeschlagen. Das Thema des heutigen Webmaster-Friday lautet Blogartikel später bearbeiten und wenn, wie?. Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs denke ich mal, dass die Themenwahl kein Zufall war und Martin meine Anregung aufgenommen hat. Wie dem auch sei, ist dieses Thema jedenfalls eine gute Gelegenheit darüber zu schreiben, wie ich meine Artikel nachbearbeite und wann ein Beitrag für mich abgeschlossen ist. Ich denke, dass ich mich in diesem Punkt doch von vielen anderen Bloggern und Webmastern unterscheide. […]

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